KHD-Einsatz in Schrattenberg

Datum: 28. Juni 2021 um 06:30
Einsatzort: Schrattenberg
Mannschaftsstärke: 3
Fahrzeuge: ELF


Einsatzbericht:

Am Donnerstag den 24. Juni 2021 zerstörte in den Abendstunden ein Tornado der Stufe 4 mehrere Ortschaften im benachbarten Tschechien. Hierdurch kam es auch zu einem Hagelereignis in der Gemeinde Schrattenberg im Bezirk Mistelbach, bei dem ein Großteil der Gebäudedächer in der Ortschaft beschädigt wurde.

Feuerwehrkräfte aus dem Bezirk Gänserndorf unterstützten im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) im Einsatzbereich von Schrattenberg am 28. Juni 2021 die örtlichen Feuerwehren, um beschädigte Dächer zu schließen und eine Vergrößerung des Schadens zu verhindern.

Der Katastrophenhilfsdienst (KHD) ist eingerichtet zur überörtlichen Hilfeleistung in Katastrophenfällen und bei größeren Einsätzen zur Unterstützung von bereits eingesetzten Feuerwehren, unter anderem bei Großbränden, bei Elementarereignissen (Hochwasser, Sturm, Erdbeben, usw.), Rettungseinsätzen etc.

Auch die Kameraden der Feuerwehr Matzen als Besatzung des ELF samt Drohnenausrüstung wurden am 28. Juni zur Unterstützung des KHD angefordert. Nach dem Treffpunkt um ca. 8:00 Uhr beim Hofer Einkaufsmarkt in Poysdorf und ersten Informationen fuhr ein Konvoi aus Feuerwehrfahrzeugen geschlossen nach Schrattenberg.

Hauptaufgabe der einzelnen Feuerwehren war es die Dächer, welche vom Hagel schwer in Mitleidenschaft gezogen waren, behelfsmäßig abzudichten, um weitere Schäden an den Häusern und der Bausubstanz zu verhindern. Hierbei kamen die mitgebrachten Sondergeräte des KHD Gänserndorf zum Einsatz: die Teleskopmastbühne, der Telelader, der LAST und der Tieflader um nur einige zu nennen.

Die Besatzung des ELF aus Matzen konnte bei diesem Einsatz wertvolle Unterstützungsarbeit für die Einheiten des KHD leisten. Mittels der Drohne konnten einerseits in periodischen Abständen detaillierte und präzise Aufnahmen der Schadenslage in Schrattenberg gemacht werden. Andererseits waren die Aufnahmen der Drohne auch eine wertvolle Arbeitserleichterung für die einzelnen Einheiten der Feuerwehren.

Es war nicht mehr nötig, die beschädigten Dächer zur Begutachtung persönlich zu besteigen und wurde hiermit Verletzungsrisiko für jeden einzelnen Feuerwehrmann minimiert. Gleichzeitig konnte sich die Einsatzleitung schneller vom Fortschritt der Sanierungsmaßnahmen überzeugen und war es auch präziser möglich, auf auftauchende Schwierigkeiten zu reagieren.

Die sommerlichen Temperaturen machten die schwierigen Arbeiten auf den Dächern nicht einfacher. Es wurde alles aufgeboten, was möglich war. Planen wurden verlegt und befestigt, kleinere Löcher mit Bauschaum und Deckmaterial behelfsmäßig abgedichtet.

Die beim Einsatz tätigen Kräfte wurden bei den Sicherungsarbeiten durch den Einsatz von Höhenrettungsgeräten und Einsatzmannschaften bei der Sicherung von zerstörten Dächern unterstützt.

Die Einheiten des KHD Gänserndorf arbeiteten am 28. Juni 14 Einsatzadressen ab und waren an diesem Tag mit 106 Mitgliedern aus 19 Feuerwehren und 24 Fahrzeugen vor Ort.

Nach rund 8 Stunden im Einsatz rückte der KHD Gänserndorf wieder ab und auch die Feuerwehr Matzen konnte in ihr Feuerwehrhaus einrücken und die Einsatzbereitschaft wiederherstellen.